Die Geschichte von PallMAB
PallMAB (Palliativversorgung und Multimodale Analyse von Biomarkern) ist aus der Zusammenführung zweier über Jahre gewachsener, komplementärer Forschungsinitiativen entstanden: PallMeT (PalliativMedizinTechnik) und PaBE (Palliativmedizinische Biobank Erlangen). Beide Arbeitsgruppen sind Teil der Palliativmedizinischen Abteilung des Universitätsklinikums Erlangen unter der Leitung von Prof. Dr. Christoph Ostgathe und in die Forschungsabteilung unter der Leitung von PD Dr. Dr. Maria Heckel eingebettet. Geleitet wurden die beiden Arbeitsgruppen und wird auch PallMAB von Dr. Tobias Steigleder.
Gemeinsam verfolgen sie das Ziel, die Palliativversorgung durch datengetriebene, innovative Ansätze nachhaltig zu verbessern.
Sensorik und Klinik – PallMeT
PallMeT hat seinen Beginn im Jahr 2016, als in Zusammenarbeit mit dem Lehrstuhl für Technische Elektronik (LTE) der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) erste Forschungsarbeiten zur kontaktlosen Radartechnologie zur Erfassung von Herzschlag und Atmung begannen.
Mit der Förderung des BMBF-Projekts GUARDIAN (FKZ 16SV7695) wurde diese Forschung erstmals in größerem Maßstab ermöglicht. Es folgten weitere Projekte, darunter BrainEpP (BMBF, FKZ 13GW0295) sowie die Beteiligung am DFG-Sonderforschungsbereich SFB 1483 EmpkinS.
Parallel dazu wurde das Spektrum kontinuierlich erweitert:
- Entwicklung von Smart Patches im Rahmen der europäischen EIT Health Förderung
- Erforschung von Wearables, IoT und klinischer Datenintegration im BMWK-geförderten Projekt TEAM-X (GAIA-X)
- KI-gestützte Analyse von klinischen Daten und LLM-gestützte Freitextanalyse im bidt-geförderten Projekt PALLADiUM
Ergänzt wurden diese Aktivitäten durch zahlreiche InnoLab-Projekte, Abschlussarbeiten, Dissertationen sowie internationale Kooperationen mit Partnern aus Wissenschaft und Industrie, darunter unter anderem verschiedene Lehrstühle der FAU (z. B. LTE, LHFT, AIBE), die Technische Universität Hamburg (TUHH), die Stanford University (The Movement Lab sowie Primary Care and Population Health), die Hull York Medical School (UK) sowie Industriepartner wie zum Beispiel Geratherm Respiratory, Deutschland und NVISION, Spanien.
PallMeT steht für die Verbindung modernster Sensorik mit innovativer Datenanalyse – von probabilistischen Verfahren zur Biosignaldetektion bis hin zu Machine-Learning-Ansätzen für klinische Anwendungen.
Daten, Biomaterial und Klinik – PaBE
Die Palliativmedizinische Biobank Erlangen (PaBE) wurde 2021 als Teil der Zentralen Biobank Erlangen (CeBE) gegründet. Ziel war es von Beginn an, eine strukturierte, zertifizierte Biobank speziell für die Palliativversorgung aufzubauen und damit eine bislang bestehende Lücke in der Forschungsinfrastruktur zu schließen.
Nach einer erfolgreichen Machbarkeitsstudie (2022–2023) konnten mit Unterstützung der ALIVIA-Stiftung zwei zentrale Forschungsprojekte initiiert werden, die derzeit laufen:
- PaBE-FIRST: Detektion und Stadieneinteilung des Tumor-Kachexie-Anorexie-Syndroms
- PaBE-FIT: Erforschung des Vitamin-B1-Mangels als Ursache von Verwirrtheitszuständen in der Palliativversorgung
PaBE verbindet Biomaterialien mit klinischen Routinedaten und schafft so eine einzigartige Grundlage für die Anwendung sowohl klassischer statistischer Verfahren als auch moderner Machine-Learning-Methoden.
Die Zusammenführung – PallMAB
Die Zusammenführung von PallMeT und PaBE zu PallMAB – Palliativversorgung und Multimodale Analyse von Biomarkern ist ein konsequenter Schritt, der im ersten Quartal 2026 umgesetzt wurde: Beide Arbeitsgruppen nutzen Biomarker unterschiedlicher Herkunft und verfolgen das gemeinsame Ziel, klinisch relevante Outcomes in der Palliativversorgung besser zu verstehen und vorherzusagen.
Durch die Integration von hochauflösender Sensorik, Biomaterialien und klinischen Daten entstehen neue Möglichkeiten, komplexe Zusammenhänge zu erfassen und zu modellieren. Im Fokus stehen insbesondere die Vorhersage von Symptomlast, Krankheitsverläufen sowie funktionellen und prognostischen Parametern wie Selbsthilfefähigkeit, Ernährungszustand oder Lebenszeit.
PallMAB vereint damit technologische Innovation, biomedizinische multimodale Analyse und klinische Relevanz – mit dem Ziel, die Versorgung von Menschen mit schweren Erkrankungen datenbasiert und patientenzentriert weiterzuentwickeln und zu verbessern.
Leiter der Arbeitsgruppe:
Dr. med. Tobias Steigleder tobias.steigleder(at)uk-erlangen.de
Veröffentlichungen und Poster
2020:
EAPC Radar dying
EAPC Music therapy
DGP Vitalparameter Radar
DGP Sterbephase Radar
2018:
DGP GUARDIAN




