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BrainEpP

Bioradarinterferometrie in der Epilepsiediagnostik in der Pädiatrie (BrainEpP)

Förderer: BMBF; FörderNr.: 13GW 0295; Projetklaufzeit: 01.12.2019 - 30.11.2022

Mittels Radarinterferometrie können Biomarker wie Herzschlag und Atmung über einige Meter Entfernung und durch Materialen hindurch, die gering mit elektromagnetischen Wellen interagieren wie zum Beispiel Bekleidung, Bettdecken, Matratzen oder Holzbauteile, für die Betroffene, den Betroffenen belastungsfrei erfasst werden.

Technische Grundlage ist der Sechs-Tor-Radarinterferometer. Diese Technologie wird weltweit ausschließlich von den Projektinitiatoren in Verbindung mit Biomarkern intensiv erforscht.

Infolge bisheriger Forschung ist es möglich, Herzschlag und Atmung bei Probandinnen und Probanden reliabel zu erfassen (GUARDIAN).

Aus den Vitalparametern lassen sich weitere Biomarker, die auf die Funktion des autonomen Nervensystems hinweisen, ableiten, z.B. die Herzratenvariabilität (HRV). Dies ermöglicht die Anwendung in der Epilepsiediagnostik, denn mittels EKG-Analysen konnte eine signifikante Veränderung der HRV während und auch im unmittelbaren Vorfeld eines epileptischen Anfalles gefunden werden. Im vorliegenden Projekt sollen diese Veränderungen genutzt werden, um radar-basiert, berührungslos und belastungsfrei epileptische Anfälle zu erkennen oder vorherzusagen. Dies ermöglicht ein kontinuierliches Monitoring und ein Monitoring von Betroffenen, die nur eingeschränkt mitarbeiten können wie zum Beispiel Kleinkinder oder Neugeborene.

Dies eröffnet folgende typische Anwendungsfelder:

  • Kontinuierliches Monitoring zur Erkennung klinisch inapparenter Anfälle und Quantifizierung der Auftrittshäufigkeit von Anfällen zur Optimierung der antiepileptischen Behandlung
  • Voraussehen eines epileptischen Anfalles bis zu 15 Minuten vor dem Auftreten
  • Erkennen von langfristigen Veränderungen oder Frühzeichen, die mit dem plötzlichen unerwarteten Tod bei Epilepsie (SUDEP) zusammenhängen
  • Monitoring bei einem Anfall, um kritische Entwicklungen (länger dauernder Atemstillstand, Generalisierung) zu erkennen

Die Erforschung findet im Rahmen eines BMBF-Förderprojektes in einem interdisziplinären Konsortium statt (Förderkennzeichen 13GW 0295).

2 Jahre BrainEpP – Projekttreffen am Fraunhofer-Forschungscampus in Waischenfeld

Am 10. und 11. Februar 2022 versammelt sich die BrainEpP-Projektgruppe nach zwei Jahren digitaler Zusammenarbeit erstmals wieder persönlich zum halbjährlichen Projekttreffen.

„Hatten Sie eine gute Anreise? Haben Sie gut hergefunden?“ Fragen, mit der sich die Mitarbeiter:innen des BrainEpP-Projektes schon lange nicht mehr beschäftigt haben. Seit Ausbruch der Corona-Pandemie sind Großzusammenkünfte via Webkonferenz abgehalten worden. Umso größer war die Freude über das persönliche Wiedersehen bzw. Kennenlernen. In Kurzberichten präsentierten die Projektpartner ihren aktuellen Forschungsstand, woraufhin in angeregten Kleingruppendiskussionen ein intensiver Austausch zu weiteren Forschungs- und Entwicklungsschritten und zur Erweiterung wissenschaftlicher Ziele stattfand. Ergänzend zu den medizinischen, ingenieurs- und sozialwissenschaftlichen Beiträgen wurden die Herausforderungen und Potentiale des BrainEpP-Projektes in einem Vortrag von Herrn Prof. Jäger (Lehrstuhl für Strafrecht, Strafprozessrecht, Wirtschafts- und Medizinstrafrecht, FAU Erlangen-Nürnberg) aus juristischer Perspektive beleuchtet. Kreativen Ausklang am Abend fand die Projektgruppe mit einem Experiment zur „Musikalisch begleiteten Herztonmessung mittels Bioradar“.