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Pflegende Angehörige

Forschungsbereiche

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Versorgungsforschung in der Palliativversorgung untersucht die „Wirklichkeit“ der palliativmedizinischen Versorgung. Sie liefert Informationen über Versorgungskonzepte unter Alltagsbedingungen. Damit beantwortet Versorgungsforschung in der Palliativmedizin Fragen, die weder die biomedizinische Grundlagenforschung noch die klassische klinische Forschung beantworten können.

Hierfür sind beispielsweise Daten aus dem Nationalen Hospiz- und Palliativregister, das deutschlandweit versorgungsrelevante Daten aus der Palliativversorgung zusammenführt und an dessen Entwicklung die Palliativmedizinische Abteilung Erlangen entscheidend mitgewirkt hat, unmittelbar nutzbar.

Untersucht werden unter Alltagsbedingungen Netzwerke der Hospiz- und Palliativversorgung, die Spezialisierte Ambulante Palliativversorgung (SAPV) und der Palliativmedizinische Dienst (PMD).

In den Schwerpunkt Versorgungsforschung gehört auch eine Untersuchung über den Einfluss von Schutz- und Isolierungsmaßnahmen im Rahmen der Infektion / Kolonisation mit Multiresistenten Erregern auf die Lebensqualität von Patientinnen und Patienten, Angehörigen und Personal in Einrichtungen der Palliativversorgung. Darüber hinaus beschäftigt sich die Abteilung unter dem Schwerpunkt Versorgungsforschung auch intensiv mit der Untersuchung der Belastungen und Unterstützungspotentiale pflegender / trauernder Angehöriger.


Projekte in der Versorgungsforschung

 

PallMAB (Palliativversorgung und Multimodale Analyse von Biomarkern) ist eine Forschungsgruppe unter der Leitung von Dr. Tobias Steigleder mit dem Ziel, die Palliativversorgung durch die integrierte Analyse multimodaler gesundheitsrelevanter Daten zu unterstützen und zu verbessern. Hierzu werden hochauflösende Messverfahren physiologischer Vorgänge, Biomaterialien sowie klinische Routinedaten zusammengeführt, um patientenrelevante Endpunkte besser zu verstehen und vorherzusagen.

Mithilfe moderner Technologien wie kontaktloser Radarsysteme, Wearables, Smart Patches und digitaler Gesundheitsinfrastrukturen werden kontinuierliche physiologische Signale im Versorgungsalltag erfasst. Diese werden durch biomolekulare Daten aus der Biobank sowie strukturierte und unstrukturierte Informationen aus elektronischen Patientenakten ergänzt.

Ein zentraler Schwerpunkt liegt auf der Erforschung und Entwicklung von Anwendungen fortgeschrittener Analyseverfahren – von klassischen statistischen Methoden bis hin zu Machine Learning und künstlicher Intelligenz. Durch die Integration heterogener Datenquellen sollen komplexe klinische Verläufe modelliert und relevante Muster in Symptomlast, Funktionsstatus und Krankheitsprogression identifiziert werden.

Ziel ist es, eine präzisere, datenbasierte und patientenzentrierte Palliativversorgung zu ermöglichen, klinische Entscheidungsprozesse zu unterstützen und die Versorgung von Menschen mit schweren und lebenslimitierenden Erkrankungen nachhaltig zu verbessern.

Arbeitsgruppe:

  • PallMAB (Vorstellung der Arbeitsgruppe und ihrer Forschungstätigkeit)

Projekte:

Ansprechpartner:
Dr. med. Tobias Steigleder
Tobias.Steigleder(at)uk-erlangen.de

Erfahrungen, Belastungen und Bedürfnissen von pflegenden Angehörigen von Patienten mit Hirntumorerkrankungen – Eine Analyse von körperlichen und psychischen Symptome sowie besonderen Belastungen und Bedürfnissen

Pflegende Angehörige von Patienten mit Hirntumorerkrankungen stehen auf Grund des rasch progredienten Krankheitsverlaufs und der rapiden Verschlechterung der körperlichen und kognitiven Funktionsfähigkeit der Patienten unter dauerhafter starker Belastung. Nicht selten spiegelt sich dies in negativer Beeinflussung ihrer körperlichen und psychischen Gesundheit wieder. Dies wurde in vorangegangenen Studien bereits mehrfach untersucht. Die Arbeitsgruppe beabsichtigt Auswirkungen auf zwei Gruppen pflegender Angehörige von Patienten mit A) Hirntumorerkrankungen und B) anderen Tumorerkrankungen ohne Hirnbeteiligung mittels quantitativer Fragebogenerhebungen und qualitativer Interviews zu untersuchen und zu vergleichen. Die Ergebnisse werden dazu dienen spezifische und bedürfnisgerechte Unterstützungsprogramme für (pflegende) Angehörige zu entwickeln um somit zukünftig mit der Pflege assoziierte negative Auswirkungen auf die Gesundheit der pflegenden Angehörigen zu vermeiden.

Das Projekt wurde von der Johannes und Frieda Marohn Stiftung gefördert.

Wissenschaftliche Mitarbeiterin: Dr. rer. pol. Bettina Hoser
Dissertationsprojekt: Mathias Rupp

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