GUARDIAN Musiktherapie

Palliativmedizin

Leiter:
Prof. Dr. med. Christoph Ostgathe

Evaluation nicht-medikamentöser Behandlung in der Palliativmedizin am Beispiel der Musiktherapie

Erfassung der physiologischen Wirkung von Musiktherapie bei gesunden Probanden
Quelle: Palliativmedizinische Abteilung

Musiktherapie (MT) wird in der Palliativmedizin, neben vielen anderen nicht-medikamentösen Therapien wie z.B. Physiotherapie, Kunsttherapie und Gesprächen mit Psychologen sowie Seelsorgern, häufig angewandt. Die Wirkung von Musiktherapie wurde bis jetzt vor allem durch die Selbsteinschätzung der behandelten Patienten erforscht. In den Befragungen zeigt sich eine Abnahme der Schmerzen und Zunahme des Wohlbefindens sowie der Entspannung. Der Effekt der MT auf physiologische Parameter wie z.B. Herzrate, Atmung, Blutdruck oder Aktivität des autonomen Nervensystems, ist bis jetzt bei Palliativpatienten kaum erforscht. Dies hängt unter anderem mit der Vulnerabilität dieser Patientengruppe zusammen, bei der auf belastende Sensorik und zusatzapparative Diagnostik – wo möglich – zugunsten der Mobilität, des natürlichen Erlebens der Umwelt sowie der Lebensqualität verzichtet wird. Zudem kann eine Erfassung dieser Parameter mittels einer Sensorik, die berührungsständig und durch die Verwendung von Elektroden und Kabeln möglicherweise störend ist, zu einer Verfälschung der Ergebnisse führen.

Hier erweist sich die berührungslose Erfassung der Herzaktivität mittels Radarmessung als geeignetes Instrument, um die physiologische Wirkung therapeutischer Interventionen bei Palliativpatienten zu erfassen. PallMeT untersucht im Projekt GUARDIAN-MT die Wirkung von Musiktherapie auf das autonome Nervensystem. GUARDIAN-MT ist ein ergänzender Ansatz zu dem BMBF-geförderten Forschungsprojekt GUARDIAN  und wird in Kooperation mit dem Institut für Musikpädagogik, Musiktherapie und Musikwissenschaft und Zentrum für Interdisziplinäre Gesundheitsforschung (ZIG) der Universität Augsburg durchgeführt.

Berührungslose Messung von Vitalparametern mittels Radar
Quelle: Palliativmedizinische Abteilung

GUARDIAN-MT besteht aus zwei Phasen. In Phase 1 erhalten gesunde Proband/innen Musiktherapie in Form live vorgespielter Klänge  (N=20) oder eine Kontrollkondition in Form eines vorgelesenen Textes (n=8). Gleichzeitig erfährt der Proband  gezielte Provokation des autonomen Nervensystems mit einer Kältereizung der Hand. Die Erfassung der Herzaktivität erfolgt hierbei zum einen radargestützt mit dem von PallMeT entwickelten Biometrischen Sechstorradars , zum anderen mittels Goldstandard-Methoden (Elektrokardiogramm, kontinuierliche Blutdruckmessung, Impedanz) zur Validierung. Die in Phase 1 erhobenen Daten dienen als Basis für Phase 2. Hier erhalten Patienten nach Aufklärung und Einwilligung in die Untersuchung ein musiktherapeutisches Angebot im Rahmen des auf der Palliativstation üblichen individualisierten Behandlungsplanes. Synchron erfolgt die berührungslose Erfassung der Aktivität des autonomen Nervensystems. PallMeT untersucht in GUARDIAN-MT die physiologische Wirkung der Musiktherapie. Die Projektpartner unter Fr. Prof. Metzner am Institut für Musikpädagogik, Musiktherapie und Musikwissenschaft und dem Zentrum für Interdisziplinäre Gesundheitsforschung (ZIG)der Universität Augsburg erfassen und bewerten den musiktherapeutischen Effekt psychometrisch mit Hilfe von Fragebögen zu den individuellen Musikgewohnheiten und zur aktuellen Befindlichkeit. Leitfadengestützte Interviews unmittelbar nach dem Experiment und 3 Tage später ergänzen die Fragebögen.

Unser Partner im Musiktherapieprojekt ist: Universität Augsburg / Leopold-Mozart-Zentrum / Institut für Musikpädagogik, Musiktherapie und Musikwissenschaft und Zentrum für Interdisziplinäre Gesundheitsforschung (ZIG) / Prof. Dr. sc. mus. habil Susanne Metzner Link

Beschreibung des Forschungprojektes

Wissenschaftliche Mitarbeiterin: Dr. Anke Malessa

Ansprechpartner: Dr. Tobias Steigleder, Dr. Anke Malessa